Jugendtraining 13.2.2026

Auch wenn so manche Schachspieler abergläubische Züge aufweisen und daher einen Freitag den 13. eher als Unglückstag ansehen würden, hielten wir es dennoch für angebracht, unsere Jugendgruppe in ein neues schachliches Abenteuer zu schicken. Bei, trotz der Jahreszeit, sehr angenehmen 9 Grad über dem Strich und Sonnenschein versammelten sich die Teilnehmer um den Ausführungen von GM Ilia Balinov lauschen zu können.
Schwerpunkt dieser Veranstaltung war auch diesmal das Analysieren von selbst gespielten Partien. Da dies nun, natürlich neben anderen Themen, schon häufiger das (Haupt-) Motiv war, kann man also auch sehr deutlich erkennen, welchen Stellenwert diesem Konzept zukommt: Fehler erkennen und vermeiden bzw. ausnutzen!
Doch bevor die Analyse startete, wurden noch Lektionen im Bereich Bauernendspiele vermittelt. Wer kennt die wichtigsten Elemente hierbei? Ein Blick verrät das Geheimnis:

Simpel in der Theorie ja. Aber wie schwer es ist, diese Theorie auch in die Praxis umzusetzen, soll dieses Beispiel illustrieren.

Je nachdem auf welcher Reihe und mit welchem Abstand zueinander sich die schwarzen Bauern befinden, kann sie der weiße König aufhalten oder auch nicht. In dieser Stellung kann der weiße König beide schwarzen Bauern rechtzeitig erreichen. Würden die Bauern allerdings auf der 4. Reihe stehen, wäre es für den König nicht möglich dies zu tun. Eine wertvolle Information, vor allem wenn man bedenkt, dass sich solche Stellungen oft unter massiver Zeitnot abspielen.
Hier ein weiteres Beispiel:

Falls die Damen getauscht werden würden, wäre dieses Endspiel dann gewonnen, verloren oder ein remis? Nicht leicht zu beurteilen. Der schwarze e-Bauer ist nur noch zwei Züge davon entfernt, sich in eine Dame zu verwandeln! Aber auch Weiß hat mit dem h-Bauern einen gefährlichen Freibauern auf seiner Seite. Viel Spaß beim Grübeln!

Doch jetzt zum eigentlichen Thema. Das Analysieren eigener Partien. Zum diesem Zweck stellen die Teilnehmer ihre Partie selbst auf dem Demobrett vor. Nachdem einige Züge ausgeführt wurden, fängt unser GM erst so richtig an: „Das war ein guter Zug“, „Dieser Zug war nicht so gut“, „Warum hast du das gespielt?“, „Hier hast du leider etwas übersehen“, „In dieser Situation darfst du nicht tauschen“,….hört man hier des öfteren. Natürlich wird anhand praktischer Kombinationen auch gezeigt, warum dem so ist. So wird Stück für Stück, Abschnitt für Abschnitt, die Partie in verständlicher Weise erläutert. Die dabei gegebenen Tipps sind nicht nur extrem wertvoll sondern werden auch schnell in das eigene Spiel integriert.

Der Großmeister sieht sich gespannt den Ablauf an. Zum richtigen Zeitpunkt ergreift er das Wort und beginnt mit seinen Ausführungen. Das nimmt natürlich, abhängig von der Länge der Partie, viel Zeit in Anspruch.
Nach dem Ende der praktischen Vorführung wird noch einmal das Besprochene, hoffentlich auch Gelernte, zusammengefasst. Das erfordert, nicht nur von Seiten der Teilnehmer, naturgemäß ein hohes Maß an Aufmerksamkeit. Doch es zahlt sich immer doppelt und dreifach aus!

Ilia gibt sich größte Mühe, unsere Jugend schachlich in Topform zu bringen. Das geht natürlich nicht von heute auf morgen. Aber ein guter Start ist es allemal.

Bevor wir euch mit einigen Eindrücken entlassen, möchten wir uns noch herzlich bei Ilia bedanken! Auch hoffen wir in Zukunft die Häufigkeit der Trainingseinheiten soweit zu erhöhen, dass es alle 2-3 Wochen stattfinden kann. Voraussetzung ist dafür ein weiterhin reges Interesse!